Gesundheit

Psychische Gesundheit der Bevölkerung. Nachhaltige Massnahmen

Motion von Felix Gutzwiller, eingereicht am 23. März 2007

Eingereichter Text
Der Bundesrat wird beauftragt, auf Grundlage der erarbeiteten und vernehmlassten Strategie (siehe Fussnote) zur psychischen Gesundheit und unter Anhörung der Kantone, Fachorganisationen und Experten spätestens innert 2 Jahren konkrete Massnahmen zu ergreifen, welche die psychische Gesundheit der Schweizer Bevölkerung rasch, nachhaltig, effektiv und effizient sichern und verbessern.

Er wird beauftragt
Die Strategien, Vernehmlassungsresultate und Konzepte zu psychischer Gesundheit, zur Gesundheitsförderung, Prävention, Versorgung und Rehabilitation im Hinblick auf das geplante Gesetz zur Prävention und Gesundheitsförderung zu analysieren, allfällige Mängel und Lücken aufzuzeigen und die Projekte entsprechend weiterzuentwickeln. Insbesondere bei schweren Depressionen beschleunigte Massnahmen auf Grundlage Artikel 118 der Bundesverfassung zu ergreifen. Auf Grundlage der Punkte 1 und 2 die notwendigen Empfehlungen zu Handen der Kantone und der interessierten bzw. betroffenen Organisationen, Institutionen und Fachkreise zu formulieren.

Begründung
Psychische Erkrankungen sind hierzulande weit verbreitete, schwere Leiden. Ihre individuellen, familiären sowie volkswirtschaftlichen Auswirkungen in jährlich zweistelliger Milliardenhöhe haben ein Ausmass erreicht, das dringlich kohärente, nachhaltige, effektive und effiziente Strategien und Massnahmen erfordert. Auf Grundlage von Artikel 118 Absatz 1 BV99 werden ein klarer, gesetzlicher Koordinationsauftrag des Bundes für eine verlässliche, nachhaltige und ständig fortgeführte und laufend evaluierte Strategie und entsprechende Massnahmen zur psychischen Gesundheit vermisst. Allfällige Massnahmen dürften erst im Rahmen des geplanten Gesetzes zur Prävention und Gesundheitsförderung zu erwarten sein, also erst in ca. 5 bis 7 Jahren. Auch die gesetzliche Qualitätssicherung der Psychologieberufe, die leider auf sich warten lässt, dürfte erst mittelfristig günstige Wirkung entfalten.

Die auch mit Berichten des Obsan bestens belegte, Besorgnis erregende Situation der Schweizer Bevölkerung bei der psychischen Gesundheit gestattet es nicht, mit konkreten Massnahmen noch Jahre zuzuwarten. Deshalb unterstützen diese Motion auch die Dachverbände der Erwachsenen-, Kinder- und Sozialpsychiatrie, der Erwachsenen-, Kinder- und Sozialpsychologie und -psychotherapie, diverse Fach-, Angestellten- und Patientenorganisationen sowie gemeinnützige Stiftungen, die sich für eine bessere psychische Gesundheit der Bevölkerung einsetzen

Fussnoten
Psychische Gesundheit, Strategieentwurf zum Schutz, zur Förderung, Erhaltung und Wiederherstellung der psychischen Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz, Februar 2004.
Zusammenstellung der Konsultationsergebnisse Entwurf Nationale Strategie zum Schutz, zur Förderung, Erhaltung und Wiederherstellung der psychischen Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz (Februar – Mai 2004), Dezember 2004.

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